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MVA

Wie die MVA funktioniert - Der heisse Weg des Mülls

Diese kleine Übersicht beschreibt die zahlreichen Stationen, die der angelieferte Müll auf seinem Weg durch die Anlage durchläuft. Das Interessante ist ja nicht allein die Verbrennung, die von den Ingenieuren „thermische Behandlung“ genannt wird. Wichtig ist auch, wie in der MVA insbesondere die bei der Verbrennung entstehende Wärme genutzt und die Rauchgase gereinigt werden.

Die acht Stationen der Müllverbrennung

  1. Station:
    Anlieferung durch die Fahrzeuge und Verwiegung an der Waage. Erste Eingangskontrolle.

  2. Station:
    Kontrolle, ob die Abfälle zugelassen und geeignet sind. Abladen in die Müllschieber. Transport durch den Müllschieber in den Müllbunker. Zwischenlagerung im Müllbunker.

  3. Station:
    Transport durch die Müllgreifer in die Mülltrichter. Am Ende des Trichters wird der Müll durch eine hydraulische Vorrichtung in den Feuerraum gedrückt.

  4. Station:
    Auf einem Walzenrost wird der Müll getrocknet, gezündet, verbrannt und ausgebrannt.

  5. Station:
    Von der letzten Walze fällt der Müll in die Nassentschlacker, wird abgelöscht und heraus transportiert.

  6. Station:
    Lagerung der Schlacke im Schlackebunker. Verladung mit einer Krananlage auf die Transport-Lkw. Aufbereitung der Schlacke in einer Anlage außerhalb der MVA.

  7. Station:
    Die Rauchgase, die bei der Verbrennung entstehen, werden mittels einer aufwändigen Reinigungs- und Filteranlage in mehreren Stufen gereinigt. Die ständig vom Staatlichen Umweltbundesamt kontrollierten Emissionswerte liegen weit unter den gesetzlichen Vorgaben.

  8. Station:
    Die gereinigten Rauchgase strömen anschließend durch den 86 Meter hohen Kamin.

Was übrig bleibt:

  • Gewicht: 35 Prozent der angelieferten Abfälle als Schlacke
  • Volumen: Nur 10 Prozent der angelieferten Abfallmenge

Was mit der Energie geschieht

Durch das Abkühlen der Rauchgase im Kessel wird Sattdampf mit einer Temperatur von rund 200 Grad Celsius und einem Druck von 14,5 bar erzeugt. Mit diesem Dampf werden Fernwärmeanlagen beliefert:
Der Hagener Stadtteil Helfe, eine Grundschule und eine Sporthalle, ein Schwimmbad und Anlagen eines Stadions, Privatwohnungen, Betriebsgebäude, das Bus-Depot und ein Gewerbebetrieb werden mit Fernwärme beziehungsweise Prozessdampf versorgt.

Weitere Anschlüsse sind geplant wie zum Beispiel die Erweiterung der Versorgung der Stadtteile in der Nähe der MVA sowie die FernUniversität.

Das spart viel konventionelle Energie wie Öl und Gas und trägt somit zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes bei. Durch die Nutzung der Fernwärme werden jährlich über sieben Millionen Liter Heizöl gespart. Eine Menge, für die jedes Jahr fast 240 Tanklastzüge nach Hagen fahren müssten.

Außerdem werden 22.800 Tonnen CO2 eingespart.

Feierliche Einweihung der Stromturbine an der Müllverbrennungsanlage

Am Mittwoch, 10.09.2014, wurde die neue Stromturbine des Hagener Entsorgungsbetriebes eingeweiht. Gemeinsam mit Oberbürgermeister Erik O. Schulz, den ehemaligen Geschäftsführern von HEB und HUI (Hagener Umweltservice- und Investitionsgesellschaft mbH), Dr. Herbert Bleicher und Manfred Reiche, sowie weiteren geladenen Gästen wurde die Anlage offiziell in Betrieb genommen.

Offizielle Einweihung

v.l. Manfred Reiche (HEB), Erik O. Schulz (Oberbürgermeister), Dr. Herbert Bleicher (HEB)

Informationen zur Stromturbine an der MVA Hagen

Bauvolumen gesamt
ca. 10 Mio. Euro
Davon Turbine
2.570.000 Euro
Bauzeit
15 Monate
Planungsbeginn
Juni 2011
Aufsichtsratsentscheidung
14.11.2012
Ratsbeschluss
12.05.2011

Rückblick

Am 7. März 2013 fiel der Startschuss für den Bau der neuen Stromturbine auf dem Gelände neben der Müllverbrennungsanlage Hagen. Der damalige Oberbürgermeister, Jörg Dehm, die Geschäftsführer und der Aufsichtsrat des Hagener Entsorgungsbetriebs (HEB GmbH) und der Hagener Umweltservice- und Investitionsgesellschaft mbH (HUI) sowie Vertreter der Kommunalpolitik und beteiligter Bauunternehmen trafen sich auf dem planierten Areal zum ersten Spatenstich.

Seit Anfang Juni 2014 ist die Stromturbine nun in Betrieb und hat bereits 2.500.000 KWh Strom produziert.
Zitat Dr. Herbert Bleicher, ehemaliger Geschäftsführer HEB: „Ich freue mich sehr, dass der Bau der neuen Stromturbine nicht nur innerhalb der vorgesehenen Zeit abgeschlossen werden konnte, sondern auch darüber, dass das Budget eingehalten werden konnte. Mein besonderer Dank gilt daher allen, die tatkräftig mitgeholfen haben dieses Bauprojekt erfolgreich umzusetzen.“

Hintergrund

Zurzeit betreibt die MVA Hagen drei Abfallverbrennungslinien. Diese produzieren durch das Verbrennen von Abfall Dampf mit 197 °C und einem Druck von 14 ,5 bar. Mit diesem Dampf werden das Heizwerk Hagen-Helfe, das Westfalenbad, das Ischelandstadion, die Ischelandhalle, das Theodor-Heuss-Gymnasium, die Meinolfschule sowie der HUI-Betriebshof versorgt. Die Firma Berendsen bezieht darüber hinaus sogenannten Prozessdampf.
Die so genutzte Fernwärme ersetzte bisher jedes Jahr einen Verbrauch von sieben Millionen Litern Heizöl, für die jährlich über 240 Tanklastzüge durch Hagen fahren müssten. 22.800 Tonnen CO2 spart die Fernwärmeproduktion der Müllverbrennungsanlage auf diese Weise ein.

In den Sommermonaten wird jedoch mehr Dampf produziert als benötigt wird.
Damit dieser überschüssige Dampf nicht weiterhin ungenutzt bleibt, wurde eine Veränderung des Wasser-Dampf-Kreislaufes umgesetzt. Dazu wurde dieser um einen Sattdampf-Turbogenerator und einem luftgekühlten Kondensator erweitert.
Mittels dieser Erweiterung kann nun der überschüssige Dampf zur Stromproduktion in einer Turbine genutzt werden. Die produzierte Elektrizität wird als Betriebsstrom für die Müllverbrennungsanlage genutzt.
Die Abgabe von Fernwärme wird durch die Produktion von Strom nicht eingeschränkt, weil nur dann Dampf für die Stromturbine verwendet wird, wenn nicht die gesamte Fernwärme abgenommen wird. Dies wird vor allem in den Sommermonaten der Fall sein, wenn die an die Fernwärme angeschlossenen Gebäude nicht geheizt werden.

Nach den bisherigen Planungen, die von den Fachabteilungen der Mark E bestätigt wurden, kann mit der neuen Turbine eine Jahresleistung von bis zu 17.000.000 Kilowattstunden erzeugt werden. Auf diese Weise werden voraussichtlich 1.500.000 Euro Stromkosten pro Jahr eingespart. Zitat Bleicher: „Die Investition in die Stromturbine trägt sich somit selbst. Und wenn die Turbine abgeschrieben ist, wird sie positiv zum Gebührenhaushalt in Hagen beitragen. Darüber hinaus ist die Stromturbine ein wichtiger Beitrag zum Ressourcenschutz. Denn eine große Menge fossiler Energieträger kann durch die Produktion von Fernwärme und Strom ersetzt werden. Fast 10.000 Tonnen CO2 können pro Jahr eingespart werden. So leistet die Abfallentsorgung durch den Hagener Entsorgungsbetrieb und die energetische Verwertung in der Müllverbrennungsanlage Hagen einen wichtigen Beitrag zur Ressourcenschonung.“

In der nächsten Zeit werden noch Außenarbeiten rund um das Turbinenhaus durchgeführt. Denn die nächsten Pläne hat die Geschäftsführung des HEB bereits in der Tasche: die Erweiterung des Wertstoffhofes. Zitat Bleicher: „Wir wissen, dass die Einfahrtssituation im Eingangsbereich der Müllverbrennungsanlage alles andere als optimal ist. Eine Verlegung oder Erweiterung des jetzigen Wertstoffhofes würde diese Situation deutlich entspannen. Zudem möchten wir unseren Kunden durch eine vergrößerte Verkehrsfläche und optimierte Entsorgungsmöglichkeiten einen verbesserten Service bieten.“

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